Rollende Berufung – Was macht eigentlich Samuel Koch?

2010, „Wetten dass …“, Sprünge, Genickbrüche, ab dem Hals gelähmt. Die Geschichte von Samuel Koch ist bekannt. Doch was macht er eigentlich heute? Wo steckt er all seine Energie hinein, die er 17 Jahre lang mit 12 wöchentlichen Turneinheiten füllte? Er hat vor 2 Wochen geheiratet und noch einiges mehr. Von einem Mann, der seiner Berufung weiter folgt.

Schauspiel

Nach seinem Abitur hatte Samuel im Rahmen seines Wehrdienstes als Vertrauensperson und redaktionell in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der deutsch-französischen Brigade gearbeitet. Danach begann er ein Schauspielstudium in Hamburg. Als er 2010 seinen Unfall hatte war er noch mitten im Studium. Was tun? Er machte weiter und erreichte 2014 seinen Diplomabschluss, an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

„Zwei Leben“

Berufen fühlte er sich aber noch zu mehr. Wie viele Menschen, die durch tragische Umstände bekannt werden, schrieb auch Samuel ein Buch, zwei Jahre nach dem Unfall: „Zwei Leben“. Darin schilderte er Wege Schläge zu verarbeiten, die jeden auf welcher Art auch immer treffen können und wie es möglich ist dabei trotzdem nicht in zu verzweifeln. Dazu ist Samuel aber auch weiter seinem Beruf nachgegangen.

Auf der Bühne stehend

Seit September 2014 ist er Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt. Regelmäßig ist er bei Auftritten zu sehen. Vor den Auftritten wird er bewegt um seine Muskulatur zu lockern. Dabei steht er wirklich auf der Bühne. Denn mit Hilfe von Klebebändern wird er an den Körper seines Schauspielkollegen Robert Lang fest gemacht. Dieser verstärkt die Impulse in den Körperteilen, auch wenn er ihn mehr führt. Gerade das Studium nach seinem Unfall hat Samuel gelehrt nicht mehr zu fragen, was er nicht kann, sondern den Fokus darauf zu setzen, was er kann.

Etwas weitergeben

Man könnte auch sagen, das weiterzugeben, darin steckt auch weiter seine Berufung. 2015 erschien sein zweites Buch „Rolle vorwärts“. Er berichtet von Überraschendem und Schockierendem, Absurdem und selig machendem und der Frage, wie man sich mehr darauf konzentriert, was man kann.

Berufungen festhalten und neue zulassen

Was er auch konnte, war heiraten, und zwar seine Schauspielkollegin Sarah Elena Timpe vor 2 Wochen am 27.08.2016. Ein Drei-Tages-Event mit Zirkuszelt und abschließendem Honeymoon-Breakfast, im engsten Kreis und ohne Öffentlichkeit.
Ein Leben und Weg der ermutigt alte Berufungen trotz veränderten Umständen festzuhalten und Neue dazu kommen zu lassen.