Resilienz – das Immunsystem unserer Seele!

– von Karin Maurer, systemische Beraterin und Burnout-Coach

Die Wissenschaft hat festgestellt… und es ist uns allen klar: unser Körper ist ständig den unterschiedlichsten Viren und Bakterien ausgesetzt. Eine Herausforderung für unser Immunsystem. Darauf kann man in zweierlei Richtungen reagieren: man kann unaufhörlich mit Desinfektionsmitteln unterwegs sein oder man kann sein Immunsystem stärken, indem man sich gesund ernährt, Vitamine zu sich nimmt, sich an der frischen Luft aufhält usw. Mit unserer Psyche/Seele verhält es sich wenig anders.

Life is live – den ganzen Tag, die ganze Woche, den ganzen Monat und das ganze Jahr. Letztlich besteht das ganze Leben aus ständigen Anforderungen. Menschen sagen Worte, die uns verletzen und schwächen, Vertraute enttäuschen uns, Gewohntes ändert sich, Sicherheiten brechen weg, Grenzen tun sich auf, … Das alles schwächt uns und setzt uns manchmal sehr zu.

Inneres Immunsystem stärken

Die Frage ist: was können wir dagegen setzen? Was stärkt uns innerlich so, dass unser Leben gelingt und wir uns innerlich stark fühlen, ja vielleicht sogar immer stärker? Psychische Widerstandkraft ist trainierbar und lernbar. Das ist immer wieder auch Thema in meinen Coaching-Gesprächen. Dabei kann auf vielfältige und individuelle Weise trainiert werden. Jeder da, wo es für ihn am dringendsten und ersichtlichsten ist. Für heute habe ich einmal drei mögliche Ansatzpunkte ausgewählt, um daran zu zeigen, wie man sich stärken kann.

  1. Selbstwert
  2. Selbstfürsorge
  3. Beziehungen

 

  1. Der Selbstwert.

Selbstwert ist der Wert, den ich mir selbst gebe. Also loben Sie sich so oft das nur möglich ist. Kurz und knapp, aber ehrlich. Für alles! Auch für Dinge, die Sie für selbstverständlich halten – sie wollen ja trainieren und aufbauen! Und wenn niemand in der Nähe ist, auch gerne laut! Das wirkt doppelt! Am Ende des Tages, wenn Sie im Bett liegen, lassen Sie Revue passieren was Ihnen heute alles gelungen ist und seien Sie stolz darauf – auch auf Kleinigkeiten, wegen des Trainierens!

  1. Die Selbstfürsorge.

Fürsorglich zu sein fällt uns sehr oft leicht – zumindest wenn es um andere geht! Nun aber sind Sie selbst dran! Welche Bedürfnisse nehmen Sie wahr? Dazu muss man kurz innehalten und in Dialog mit sich treten. Was braucht mein Körper, damit er sich gut fühlt und weiter einsatzfähig ist? Einen Apfel, etwas zu trinken? Ein kurzes Nickerchen? Eine Dehnübung? Einen kurzen Spaziergang? Was braucht unser Kopf? Frische Luft, Fenster auf? Eine kurze Abwechslung? Einen schönen Gedanken an einen lieben Menschen oder die Vorfreude auf etwas Schönes? Was unser Herz? Schokolade (kleines Stück J)? Einen kleinen Gruß an einen lieben Menschen schreiben? Eine kleine Belohnun, eine Einheit Lieblingsmusik? Was auch immer Ihnen gut tut – machen Sie es!

  1. Beziehungen.

Beziehungen geben Menschen Halt und Sinn. Wir sind als soziale Wesen gedacht. In „Cast away“ haucht Tom Hanks einem Volleyball Leben ein, indem er ihn mit einem Gesicht verziert. Dieses Gegenüber ist ihm eine wichtige Stütze in der Zeit auf der Insel. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen gut tun – so oft als möglich. Und meiden Sie so gut als möglich Menschen, die Ihnen unnötig Kraft kosten. Oder verabschieden Sie diese komplett. Machen Sie sich klar – gern mithilfe einer kleinen Liste – wer Ihnen in Ihrer Umgebung gut tut und auf wen Sie sich verlassen können. Und dann pflegen Sie diese Kontakte. Schreiben Sie kurze Grüße via SMS/Mail oder mit einer schönen Postkarte! Eine Tasse Kaffee, ein Feierabendbier, eine Einladung – überlegen Sie sich, wie Sie diesen Menschen gut tun können. Das ist eine Investition, die sich doppelt auszahlt. Geben macht nun mal „selig“ und so schaffen Sie ein Netzwerk, das Sie unterstützen kann, wenn Sie einmal Hilfe nötig haben.

Das waren nur drei Möglichkeiten von vielen, wie Sie zu innerer Stärke kommen können. Diese Tipps helfen sicher, allerdings nur, wenn sie regelmäßig angewendet werden. So ist das ja auch mit unserem Körper. Eine Zitrone pro Winter wird nicht ausreichen, um uns mit Vitaminen zu versorgen. Trainieren heißt auch, bestimmte Verhaltensweisen zu guten Gewohnheiten werden zu lassen. Ein Ritual entsteht. So fällt es dann auch leichter. Ich wünsche Ihnen eine spannende Zeit mit Ihrem Training und viel Freude an den Früchten der eigenen Resilienz!

 


Karin Maurer