Muss ein Mann ein „harter Hund“ sein?

– von Peter Straß

Das Manns-Bild unter die Lupe genommen

 Vor einiger Zeit hatte ich in einem Coaching die Begegnung mit einer männlichen Führungskraft. Eine seiner Kernaussagen war: „Ich bin halt kein harter Hund.“ Sein Bild von einer „Führungskraft“ passte nicht zu seinem Wesenskern. Ein Dilemma.

Der Wolf in mir

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Männer oft nicht das Leben führen, das unserem wirklichen Wesenskern entspricht.

Der Mann (Kevin Costner) in dem bekannten Film „Der mit dem Wolf tanzt“ will „den Westen kennenlernen, solange es ihn noch gibt.“ Was für ein Abenteuer. Die gesammelten Erfahrungen entwickeln sich für ihn zu einem neuen Selbst–Wert, einem völlig neuen Selbst–Bewusstsein, ja einer neuen Sicht auf die Welt.

Die Begegnung mit dem Wolf führt ihn in eigene, innere Prozesse. Er begegnet damit auch seinem eigenen „Wolf“ in ihm. Es ist ein Einlassen auf das, was da von „außen“ auf ihn zukommt. Und gleichzeitig die Bereitschaft zu überprüfen, ob seine Vorstellung davon auch der Realität und Wahrheit entspricht.

Richard Rohr, der bekannte Franziskanerpater fragt in seinem Buch „Wozu Mann sein“: „Bin ich willens, mich den Dingen zu stellen, die meine Sicht der Welt verändern könnten?

Die Welt der „äußeren Erwartung“ mit der Welt meiner „inneren Haltung“ zusammenbringen

In meinem Coaching antwortete die Führungskraft auf meine Frage, ob seine Mitarbeiter/-innen ihm folgen würden, falls er sich – wie angedacht – selbstständig machen würde, mit einem klaren JA. Ihm wurde bewusst. Wenn er authentisch – entsprechend seinem Wesen und seiner inneren Haltung – führt, ermöglicht er dadurch erst das Vertrauen und die Loyalität seiner Mitarbeiter/-innen.

Erst dieses bewusstwerden lässt ihn die unzutreffende Annahme über sich selbst, ein „harter Hund“ sein zu müssen, loslassen.

Tanzen will geübt werden

Den Tanz mit sich selbst zu wagen, braucht zu Beginn etwas Mut. Darin habe ich meine eigenen Erfahrungen hinreichend gesammelt. Doch Männer ich sage Euch: es lohnt sich!

Ich ermutige Euch Männer – und natürlich auch Euch Frauen – sich spielerisch dem anzunähern, was Eurem wirklichen Wesenskern entspricht. Vielleicht unterstützt durch einen Coaching Prozess, einen guten Freund/Freundin und weiteren Möglichkeiten, die Euch in den Sinn kommen.

Dazu wünsche ich Euch Freude, Lust und Inspiration.

Peter Straß

Peter Straß ist Geschäftsleiter der Kommunalverwaltung seiner Wahlheimat. Zugleich ist er zertifizierter Personal-Coach bei Xpand, Dortmund und zertifizierter Berufungscoach WaVe –Wachstum und Veränderung, Wien.

Durch die Erfahrungen mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg ist ihm ein wertschätzender Führungsstil wichtig geworden. Eine Sprache, die Klarheit, Ordnung, Offenheit und Orientierung ermöglicht, runden dieses Bild ab. In den letzten Jahren hat er sich viel mit seinem eigenen Mann-Sein auseinandergesetzt. Im Berufungsportal will er seine Erfahrungen und sein Wissen teilen und weitergeben.