Meisterschaft Teil 4: Was inspiriert Sie?

11_alt_teil4Kreativer Burnout

Meister werden ist ein Wachstumsprozess, Meister bleiben eine Kunst! In unserem Buch „Meisterhaft“ („Meesterschap“)* beschreiben wir die fünf Geheimnisse eines „Meisters“. Erstes Geheimnis: Inspiriert leben! Wussten Sie, dass es neben dem Phänomen „Burnout“  auch einen „Kreativen Burnout“ gibt?

In diesem Fall arbeitet ein Professional oder Meister intensiv und ist oft auch sehr erfolgreich. Er oder sie bekommt genügend Anerkennung von Kollegen und liefert gute Arbeit. Aber – aufgepasst, wenn er oder sie nichts Neues mehr kreiert. Wenn das Leben immer mehr eine einzige Wiederholung zu sein scheint, wenn das Murmeltier jeden Morgen grüßt. Auch wenn das Umfeld dies noch nicht deutlich merkt. Dem oder der Betreffenden wird plötzlich immer klarer: alles stumpft langsam ab.

Entstehung

Dieser “kreative Burnout” entsteht oft ähnlich wie ein “normaler” Burnout. Die erste Phase ist die der Hyperaktivität. Man bringt große Leistungen auf hohem Niveau, aber verwahrlost die Ruhe, die wesentlich für Körper, Geist und Seele ist. Das geht eine Weile lang gut. Aber wenn diese Phase zu lange andauert, dann brennt die kreative „Kerze“ an zwei Seiten, und man ist plötzlich ausgebrannt. Was übrig bleibt, ist die Professionalität und Routine. An sich kommt man damit noch eine ganze Weile lang aus, aber die intrinsische Motivation fehlt  – dieser innere Kick, den man bei der Entwicklung neuer Dinge bekommt.

Ein Gegenmittel

Der alte Benedikt von Nursia (rund 480-547), Gründer der benediktinischen Ordensregel, die ihre Wurzeln in der Zivilisation ganz Europas geschlagen hat, stellte eine Grundregel auf, für seine Mönche die als Gemeinschaft Dörfer und Städte gründeten:  Die „obedientia“, hier gemeint als die Kunst, mit Verstand, Herz und Leib zu hören. Um inspiriert zu bleiben und damit immer wieder Quellen gesunder Kreativität anbohren zu können, lohnt es sich sehr, das Hören zu lernen.

Hören geschieht in vier Schritten:

1.   Aufhören

2.   Draußen Sein

3.   Stille

4.   Hören

Einfach mal Innehalte

Hören fängt mit der Kunst des Innehaltens an. Wer nie aufhört, wird immer weniger hören. Halten Sie deswegen zwei bis dreimal am Tag für mindestens zehn Minuten.  Machen Sie einen Spaziergang, schalten Sie das Radio im Auto aus. Hören Sie sich eine CD von Bach oder Haydn an. Machen Sie eine Zehn-Minuten-Pause. Trinken Sie einen Kaffee, und genießen Sie ihn. Obedientia fängt damit an, Ihre Tätigkeiten regelmäßig zu unterbrechen.

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Mit diesem Innehalten ist übrigens nicht das Aufhören gemeint, wenn man fertig ist. Halten Sie regelmäßig inne – nicht, um Energie zu tanken, sondern um neue Inspiration zu finden.

Ich wünsche Ihnen viel Mut zum Innehalten,

Paul

*Zurzeit leider noch nicht ins Deutsche übersetzt. Ein ähnliches deutsches Buch zum Thema Lebensstil der Inspiration und Obedientia ist zum Beispiel „Lebensregeln für Anfänger“ von Will Derksen.

Weitere Teile

Meisterschaft Teil 1: Drive
Meisterschaft Teil 2: Wird man als Künstler geboren
Meisterschaft Teil 3: Meister werden ist ein Auftrag, Meister bleiben eine Kunst
Meisterschaft Teil 5: Herausforderndes Training