Mach mal Pause!

–  von Karin Maurer, systemische Beraterin und Burnout-Coach

Halb zehn in Deutschland: Ruhe und Kraft tanken, lila Pausen oder einfach mal Durchatmen – unsere Werbungsindustrie hat’s verstanden! Sie wissen genau, wie sie uns zum Kauf motivieren – mit dem, was wir uns oft so sehr wünschen. Pausen!

Darüber, wie man Pausen richtig macht, kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Dass wir uns alle danach sehnen, hin und wieder mal einfach kurz innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und den Moment zu genießen, das ist uns allen klar. Das tut gut, das wissen wir.

Aber wie? Wie, wenn um uns herum der Film nicht stehen bleibt, sondern das Chaos sich weiter dreht? Wenn so vieles drängend auf dem Schreibtisch liegt oder ständig jemand etwas von einem möchte? Ich habe hier mal drei von unbegrenzt vielen Möglichkeiten aufgezählt, mit denen Sie ab und an einmal die Uhr anhalten können.

  1. Genussmomente schaffen
  2. Tief durchatmen
  3. Glücksgefühle auftanken

 

  1. Genussmomente

Immer mal wieder zwischendurch trinken oder essen wir etwas. Tun Sie dieses einmal ganz bewusst – nur für einen kurzen Moment. Nichts anderes denken oder tun. Einfach nur schmecken. Den Kaffee, den Tee oder das kleine Stückchen Schokolade. Achtsam sein kann man das auch nennen. Achtsam sein und mit einem kleinen Stückchen Glück auftanken. Nichts anderes ist genießen. Ganz bewusst die Tasse an den Mund nehmen, die Wärme, der Duft!! Sich daran freuen und ganz im Hier und Jetzt sein. Das tut uns gut und entlastet unser gestresstes Gehirn, das so oft am Tag vieles gleichzeitig zu bearbeiten hat. Und hinterher? – klappt alles gleich viel besser, weil Denken wieder leichter funktioniert.

  1. Tief durchatmen

„Jetzt erstmal tief durchatmen“ – das haben wir doch schon öfter zu uns selbst gesagt. Nachdem etwas sehr stressig oder aufregend war, erstmal tief Luft holen! Warum? Weil es zum einen unserem Körper die Rückmeldung gibt, dass die Gefahr vorüber ist und keine weiteren Stresshormone notwendig sind, um unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Und zum anderen gibt es wieder richtig viel Sauerstoff in die Lungen und versorgt unser Gehirn wieder mit reichlich „Stoff“ zum Denken. Wenn wir so unser Denken unterstützen, finden wir schneller bessere Lösungen und kommen gelassener durch den Alltag. Und das wünscht sich doch jeder von uns!

  1. Glückgefühle auftanken

Es ist ganz einfach, sich seine Glückshormone selbst zu basteln. Es bedarf nur weniger Zutaten: ein Smartphone oder ein Laptop, wahlweise tut es natürlich auch ein Bilderalbum.

Legen sie sich doch mal ein extra Album an, mit jeweils wirklich nur max. 4 Bildern. Diese können sie ja hin und wieder austauschen. Oder installieren Sie als Bildschirmschoner eines Ihrer Lieblingsurlaubsbilder. Und nun einfach: Augen auf und den Gefühlen ihren Lauf lassen. Denken Sie für eine Minute nur noch an jene Situation, und wie schön es war, wie wohl Sie sich gefühlt haben und wie glücklich Sie waren. Spüren Sie den Flash? Wir können uns zum Glück an Gefühle erinnern. Viel zu oft erinnern wir uns freiwillig an negative Gefühle. Ich lade Sie ein, es einmal anders zu machen: erinnern Sie sich absichtlich an das, was Sie glücklich gemacht hat, an Situationen der Entspannung und der Ruhe. Und schon haben Sie Ihre kleine Oase geschaffen – inmitten des Alltags und der Arbeit!

Sie sehen – froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, der ist König. Entdecken Sie doch den König/die Königin in sich! Das klappt übrigens nicht nur um halb zehn in Deutschland, das klappt international rund um die Uhr! Lila, rosa, grün oder blau – Hauptsache Sie denken regelmäßig daran: Mach mal Pause!

 


Karin Maurer