Entschleunigungskompetenz – Teil 3: Brems-Tipps

Entschleunigungskompetenz3Sie sind viel zu schnell unterwegs, was nun? Während es im ersten Teil darum ging immer eins nach dem anderen zu machen, weil unser Gehirn nicht Multitasking fähig ist, konnten Sie im zweiten Teil einen Selbsttest zu Ihrem Tempo machen. Im letzten Teil erhalten Sie drei Brems-Tipps an die Hand, wenn Sie zu schnell unterwegs sind.

Pausen

So einfach es klingt, aber so schwer ist es. Drücken Sie den Reset Knopf im Kopf. Verbrauchte Nährstoffe können so wieder aufladen werden. Ermöglichen Sie Ihrem Gehirn Ruhe, damit seinen Griff auf die eigenen Gedanken gelöst wird. Oft kommen die besten Ideen, wenn sie nicht mehr darüber nachdenken. Aktivitäten die sich dazu eignen sind Wandern oder Spazieren gehen, Sport treiben, oder Musik wirklich zuhören, nicht nur als Hintergrundgedudel.

5 oder 15 Minuten Pausen?

Finden Sie dabei Ihren eigenen Zyklus. Einigen hilf es nach 25 Minuten 5 Minuten Pause zu machen, anderen nach 2 Stunden 15 Minuten Pause. Die Sorge dadurch Zeit zu verlieren ist übrigens unberechtigt. Sie werden die Pausenzeit nachher für die eigentliche Arbeitszeit nicht vermissen. Ganz im Gegenteil, Sie werden so viel effektiver sein, dass Sie die Zeit zurück bekommen, die Sie ruhend verbracht haben.

Netzfreiezone

Die Anziehungskraft der sozialen Medien ist ein großes Problem für effektives Arbeiten. Denn es meldet sich klingelnd, piepsend und vibrierend von selbst. Dazu ist nur eine Handbewegung entfernt, ob in der Hosentasche oder per Klick. Erschwerend kommt dazu, dass unser Gehirn die Tendenz hat, neue Stimulation zu suchen und dabei gern den Weg des geringsten Widerstandes geht.

Ein Beispiel

Saßen Sie jemals an einer Aufgabe, versucht fokussiert zu arbeiten und dann merkten Sie, wie Ihre Aufmerksamkeit langsam winkend an Ihnen vorüberzog. Sie erinnern sich vielleicht, dass Sie doch diesen einen Artikel lesen wollten. Noch während Sie auf der Seite lesen springt Ihnen eine andere Überschrift ins Gesicht, mit einem Thema, dass Sie schon immer interessiert hat. Dieser führt weiter zu einem Video. Das Video ist so inspirierend, dass Sie es gerne teilen wollen… . Bevor Sie sich vertun ist eine Stunde um und Sie haben kaum Arbeit geschafft. Und der Kopf ist trotzdem ganz müde von all der Stimulation.

Netzfreiezone ist ein Zeitfenster, indem das Internet ausgemacht wird und das Handy auf Flugmodus geschaltet wird. Eine Zeit in der man sich auf das fokussiert, was vor einem ist.

Die biologische Seite

Die Sucht nach Multitasking und Social Media ist ganz real, denn dahinter steckt eine Dopamin-Ausschüttung. Das menschliche Gehirn sucht Neuheit, bei manchen noch ausgeprägter als bei anderen. Dopamin ist die Belohnung, die unser Gehirn erhält, wenn wir Neuigkeiten finden. Sobald etwas Neues da war, wird Dopamin ausgeschüttet und das Gehirn will noch mehr davon, damit wieder Dopamin freigesetzt wird, bis wir ganz erschöpft sind.

Selbst managen

Viele erlauben es Nachrichten und Social Media sie ständig zu unterbrechen, und damit die Macht zu geben zu entscheiden, wie wir unsere Zeit verbringen. Nur kleine Veränderungen, wie viel wir das Internet nutzen und wann und eine kleine Erhöhung der Selbst-Disziplin machen den Unterschied, ob wir das Internet managen oder es uns. Wir können nicht den Informationsfluss verlangsamen. Aber wir können verlangsamen, wie viel es unsere Pläne oder effektive Zeit und das Tagträumen (das für kreative Regeneration ebenfalls wichtig ist) in Anspruch nimmt.

Weitere Teile: Entschleunigungskompetenz –
Teil 1: Multitasking
Teil 2: Test

Diese Reihe ist eine Zusammenfassung des Blogbeitrag von Blogger Roland Kopp-Wichmann