Berufung praktisch entdecken – Teil 4: Motivationsfähigkeiten

Berufungpraktisch entdecken_Kreis_RessourcenNur „Dienst nach Vorschrift“ statt motiviertes Arbeiten

Viele Angestellte in Deutschland sind nur wenig motiviert. Das ergab eine Umfrage des Beratungsunternehmens Gallup aus dem Jahr 2014. Demnach machen 67% der Deutschen nur „Dienst nach Vorschrift“. Dieses ernüchternde Ergebnis kann unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass viele Angestellte in ihrem Berufsalltag die eigenen Motivationsfähigkeiten und Persönlichkeitsstärken nicht ausreichend einsetzen können. Zudem arbeiten viele in einem Umfeld, das nur wenig motiviert.

Dabei ist erwiesen, dass es sich bei allen drei Bereichen (Motivationsfähigkeiten, Persönlichkeitsstärken und ideales Umfeld) um intrinsische Motivation handelt. Je mehr Sie diese Ressourcen also im Arbeitsalltag oder in der Freizeit einsetzen, desto mehr werden Sie von innen heraus motiviert und desto mehr Energie gibt Ihnen diese Tätigkeit. Es lohnt sich also, auf der Entdeckungsreise nach Ihrer Berufung, Ihren eigenen Ressourcen auf die Spur zu kommen! Die nächsten drei Blogbeiträge widmen sich deshalb ausführlich diesem Thema und möchten Ihnen auf diesem Weg eine Hilfe sein.

Einordnung in das Berufungsmodell

Model Ressourcen Teil4

Im – Ihnen aus den letzten Beiträgen bekannten – Integrativen Berufungsmodell (Teil 1) von xpand gehört das Thema „Ressourcen“ dem mittleren Kreis an, ist also neben der eigenen „Geschichte“ und „Perspektive“ ein Teilbereich der Identität. Während sich die letzten Blogbeiträge zum Thema der eigenen Geschichte mit der Frage „Wo komme ich her?“ auseinandergesetzt haben (Teil 2, Teil 3), dreht sich bei den Ressourcen nun alles um die Frage, was in Ihnen steckt. Dazu gehören unter anderem die oben bereits erwähnten Themen „Motivationsfähigkeiten“ (= Was kann ich gut und gerne?), „Persönlichkeitsstärken“ (= Wie arbeite ich am liebsten?) und „Ideales Umfeld“ (= Welche Umgebung motiviert mich am meisten?). In diesem Blog lade ich Sie dazu ein, Ihre eigenen Motivationsfähigkeiten kennenzulernen.

Arthur Miller und die Motivationsfähigkeiten

„Jeder Mensch ist einzigartig begabt.“ Das ist mittlerweile nicht mehr nur ein gut gemeinter Glaubenssatz, sondern eine nachgewiesene Realität. Der Forscher Arthur Miller hat dies beispielweise bei über 6000 Personen beobachtet. Er stellte fest, dass jeder von ihnen zumindest sieben bis zehn unterschiedliche Fähigkeiten besaß. Bei allen waren diese zu einem großen Teil schon in der Kindheit als Anlage rudimentär vorhanden. Diese Fähigkeiten nennt Miller natürlich motivierende Fähigkeiten – kurz: Motivationsfähigkeiten. Da sie angeboren sind, gehören sie zu meinem Paket an Grundressourcen dazu. Sie motivieren mich und versorgen mich mit Energie, wann immer ich sie einsetze. Wenn ich zum Beispiel mit einem Kunden ein Coachinggespräch führe, bin ich hoch motiviert bei der Sache. Oder wenn ich an einem neuen Konzept arbeite, kann ich dabei völlig die Zeit vergessen.

Angelernte Fähigkeiten

Neben diesen natürlichen motivierenden Fähigkeiten entwickeln wir im Laufe unseres Lebens auch verschiedene andere, angelernte Fähigkeiten. Obwohl wir diese möglicherweise sogar exzellent beherrschen, liefern sie uns keine intrinsische Motivation oder Energie. Es kann durchaus auch sinnvoll sein sie bei unserer Berufung einzusetzen. Allerdings ist es sinnvoller, uns auf unser Paket an grundsätzlichen Ressourcen zu konzentrieren. Denn vor allem diese bieten die Möglichkeit zum „Professional“ zu werden und liefern uns auf dem Weg dorthin die notwendige innere Motivation und Energie.

Jetzt sind Sie an der Reihe

Anbei finden Sie eine Zusammenstellung von 48 Basis-Fähigkeiten (die Aufstellung beruht auf Arbeiten von Arthur Miller und Richard Nelson Bolles). Um Ihren eigenen Motivationsfähigkeiten auf die Spur zu kommen, können zunächst folgende Fragen hilfreich sein:

  • Welche dieser 48 Fähigkeiten setze ich gerne ein oder würde ich gerne einsetzen? Kreuzen Sie so viele Fähigkeiten an, wie Sie mögen. Achtung: Hier geht es nicht um Können sondern vor allem darum, ob Ihnen die Fähigkeiten Spaß machen.
  • Fragen Sie sich danach: Welche dieser Fähigkeiten haben sich schon zu Stärken entwickelt. Kreuzen Sie auch diese an.
  • Wählen Sie jetzt die zehn Fähigkeiten aus, die zwei Kreuzchen haben. Sie geben Ihnen am meisten Energie, wenn Sie sie einsetzen.
  • Fragen Sie dann zwei Personen die Sie gut kennen, jeweils fünf Fähigkeiten anzukreuzen die diese als Ihre Stärken ansehen.

Nachdem Sie nun eine erste Übersicht über Ihre Motivationsfähigkeiten bekommen haben, geht es jetzt um die Priorisierung Ihrer Ergebnisse. Die Leitfrage lautet: Was sind meine zehn stärksten, natürlichen, motivierenden Fähigkeiten?

  • Wählen Sie dazu aus den drei Hitlisten Ihre Top 10 Fähigkeiten aus und setzen Sie diese in die Prioritäten-Pyramide ein, die Sie hier finden.
  • Die für Sie wichtigste Fähigkeit tragen Sie ganz oben in die Spitze der Pyramide ein. Die Nächstwichtigsten schreiben Sie dann in die zweite Ebene der Pyramide und so weiter.
  • Schreiben Sie möglichst zueinander passende Fähigkeiten in Gruppen untereinander.

Motivationsfähigkeiten in den Alltag integrieren

Fragen Sie sich zum Abschluss im Hinblick auf Ihre Prioritäten-Pyramide, wie Sie Ihre Motivationsfähigkeiten in Ihren beruflichen und privaten Alltag integrieren und dort ausprobieren können. Vielleicht kommen Sie im Ausüben dieser Fähigkeiten Ihrer eigenen Berufung ein Stück näher …

Erfahren Sie im nächsten Blog welche Persönlichkeitsstärken Sie haben und wie Sie diese für Ihren Berufungsweg fruchtbar machen können.

Weitere Teile

Berufung praktisch entdecken –
Einführung
Teil 1: Das „Integrative Berufungs-Modell“
Teil 2: Das familiäre Erbe
Teil 3: Das eigene Milieu
Teil 5a: Persönlichkeitsstärken
Teil 5b: Persönlichkeitsstärken
Teil 6a: Ideales Umfeld
Teil 6b: Ideales Umfeld