Berufung praktisch entdecken – Teil 3: Das eigene Milieu

Berufungpraktisch entdecken_Kreis_GeschichteDer eigenen Geschichte nachspüren

Auf der Entdeckungsreise hin zur eigenen Berufung ist die Frage „Wo komme ich her?“ eine wichtige Spur. Nachdem der letzte Artikel dem Thema des familiären Erbes nachgegangen ist, lade ich Sie in diesem Blog dazu ein, sich mit einer zweiten Facette der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen: Dem Milieu, in dem Sie aufgewachsen sind. Welchen Einfluss hat dieses Milieu auf Ihren Berufungsweg?

Das Milieu innerhalb des xpand Berufungsmodells

Wenn Sie die letzten Blogbeiträge gelesen haben, kennen Sie bereits das Integrative Berufungsmodell von xpand. Dieses Modell veranschaulicht das Berufungsverständnis, das wir als xpand haben. Die verschiedenen Kreise und Bereiche machen deutlich, dass Berufung mehrdimensional ist und viele verschiedene Aspekte in sich vereint. Das eigene Milieu ist Teil der Identität und gehört zu Ihrer Geschichte, wie in der Grafik veranschaulicht wird. Neben der eigenen Geschichte gehören auch die eigenen Ressourcen und die eigene Perspektive zu diesem Bereich.

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Wo ich mich zuhause fühle

Was wird durch den Begriff Milieu beschrieben? Unter dem Milieu versteht sich, laut Bernd Schmid, „die Gemeinsamkeit der räumlichen, kulturellen und sozialen Bedingungen“, die einen Menschen im Laufe seiner Geschichte prägen. Oder um es vereinfacht auszudrücken: Das Milieu ist das Umfeld, in dem ich groß geworden bin.

Vielleicht fragen Sie sich, warum es in Hinblick auf die eigene Berufung wichtig sein kann, sich mit dem Herkunftsmilieu auseinanderzusetzen – scheint es doch bloß ein gesetzter Rahmen gewesen zu sein, in dem Sie aufgewachsen sind. Dabei ist diese Facette Ihrer Geschichte weitaus mehr als nur ein Relikt der Vergangenheit. Denn das Milieu war immer da, Sie haben es als Kind tagein, tagaus regelrecht eingeatmet wie die Luft zum Atmen. Entsprechend groß ist der Einfluss, den es auf Ihre Identität genommen hat. Somit gibt die Beschreibung des Milieus und die Auseinandersetzung damit Auskunft darüber, wo ich mich zuhause fühle und wo eben nicht. In einem Milieu, in dem ich mich zuhause fühle, werde ich auch die größte Wirksamkeit bei meinen Aufträgen erreichen.

Das eigene Milieu wertschätzen lernen

Bevor ich Sie einlade, das Milieu zu beschreiben, das Sie am meisten geprägt hat, möchte ich Ihnen noch einen Hinweis geben. Die ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Milieu führt schnell zu Neid oder kann inneres Unbehagen auslösen. Über das eigene Milieu und die Gefühle, die es womöglich auslöst nicht zu reden, wäre sicher keine Lösung. Auch eine andere Lösungsstrategie funktioniert nur bedingt, nämlich „durch Ehrgeiz, Bildung und Bemühen“ aufzusteigen. Das heißt nicht, dass ein Aufstieg in ein anderes Milieu nicht möglich wäre, doch es dauert oft lange, sich ein einem nicht vertrautem Milieu zurechtzufinden.

Der Weg aus Neid und Tabuisierung heraus führt darüber, das Milieu anzunehmen, in dem ich nun einmal aufgewachsen bin. Sagen Sie Ja zu Ihrem Milieu. Arbeiten Sie daran, dass Ihnen das wirklich gelingt. Sonst haben Sie immer das Gefühl, dass etwas ganz Grundlegendes mit Ihnen nicht stimmt.

Das Milieu anzunehmen bedeutet, sich wertschätzend damit auseinanderzusetzen. Wir alle haben uns nicht freiwillig für das Milieu entschieden, in dem wir aufgewachsen sind. Doch haben wir die Freiheit uns zu entscheiden, welche Haltung wir gegenüber diesem Milieu entwickeln. Dabei hilft Ihnen der folgende Workshop.

Jetzt sind Sie an der Reihe

Anbei  finden Sie einen Workshop zum Milieu, den Sie ausdrucken und ausfüllen können. Versuchen Sie, das Milieu, in dem Sie groß wurden, mit verschiedenen Begriffen zu beschreiben. Arbeiten Sie am besten mit Stichpunkten. Die vorgegebenen Kategorien sollen eine Inspiration sein und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schreiben Sie die Wörter zur Beschreibung Ihres Milieus in die mittlere Spalte.

Überlegen Sie dann, wie Sie mithilfe dieser Prägungen durch das Milieu die Welt schon ein wenig besser gemacht haben oder in Zukunft besser machen könnten. Damit richten Sie die Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten, die in diesen Prägungen verborgen sind. Sehen Sie Ihr Milieu als Chance an.

Bevor Sie loslegen, noch ein kleines Beispiel aus meiner eigenen Lebensgeschichte: Meine Kindheit war davon geprägt als Familie mit wenig Geld zurechtkommen zu müssen. Dazu trug das Vorbild meiner Eltern bei. Sie schafften es immer irgendwie, ohne Fremdmittel über die Runden zu kommen. Diese Prägung gibt mir heute die Möglichkeit, auch ohne überbordenden Reichtum, als Vorbild zu fungieren – als Vorbild in Bezug auf einen Lebensstil, der nicht auf Kredite angewiesen ist. Das ist Freiheit.

Welche Chancen für Ihren Berufungsweg bergen die Prägungen Ihrer Herkunftsmilieus in sich?

Weitere Teile

Berufung praktisch entdecken –
Einführung
Teil 1: Das „Integrative Berufungs-Modell“
Teil 2: Das familiäre Erbe
Teil 4: Motivationsfähigkeiten
Teil 5a: Persönlichkeitsstärken
Teil 5b: Persönlichkeitsstärken
Teil 6a: Ideales Umfeld
Teil 6b: Ideales Umfeld